otto m. krämer
organist - improviser
organist

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Bilder, Klänge, Emotionen (St. Marien Kempen vom 2.2.07)

Fernab von Popcorn, Eiskonfekt und Dolby Surround feierte die Propsteikirche (Kempen) am Freitag Abend ihre Premiere als Kinosaal - und das mit beachtlichem Erfolg: rund 100 Zuschauer waren hingerissen vom multimedialen Lichtspieltheater, zwischen flackernden Bildern und gewaltiger Architektur.


VON TOBIAS NEUMANN

KEMPEN Es wummert, es knarrt, es bebt. Der Teufel persönlich hat es in die Kempener Propsteikirche geschafft, zumindest auf die dortige Leinwand. Angespannte Stille erfüllt die Kirchenbänke, als Mephisto, nur von einem dumpf-eindringlichen Basston begleitet, über die Menschheit kommt. Eine intensive Kinoerfahrung war das, was den Kempenern dank Stefan Mayers Liebe zum Stummfilm beschert wurde. Zur Premiere entschied sich der 29-jährige Pastoralpraktikant für Friedrich Wilhelm Murnaus "Faust" von 1925/26. Murnau zählte zu den Meistern des expressionistischen Films, feierte mit "Nosferatu" und "Der Bucklige und die Tänzerin" damals internationale Erfolge. Mithilfe neuartiger Montagearbeit entwickelte der gebürtige Bielefelder eine eigenständige dramaturgische und pointierte Bildsprache, die auch heute noch Liebhaber wie Mayer in die Programmkinos lockt. Doch warum nun eine Kirche als Kinosaal? "Ich möchte ein ganz neues Kunstwerk schaffen, eine Mixtur aus Raum, Bild und Musik.", so Mayer kurz vor Beginn. Da kam ihm der Straelener Kantor und Organist Otto Maria Krämer gerade recht, der - mit einem französischen Improvisationspreis ausgezeichnet - den Film erstklassig untermalte. "Wichtig ist es, um die dramatischen Abläufe des Filmes zu wissen. Zur Vorbereitung schaue ich mir das Werk an und notiere mir erste Eindrücke.", so Krämer zu seiner Arbeit. Die versetzte, im gedämmten Licht, die Zuschauer in eine andere, ferne Welt: "Aufgetan sind die Pforten der Finsternis...", prangen die üppig geschnörkelten Zwischentitel in mattem schwarzweiß auf der Leinwand, und schon findet sich der Rezipient inmitten des Geschehens wieder. Spannungsgeladen die regen Schnitte, kein Vergleich zu actionlastigen Block-bustern. Schnell ist die Orgel als begleitendes Element vergessen - zu stark die Verbindung aller Teilstücke. Mit fein herausgearbeiteten Spannungsbögen umschließt Krämer die Dramaturgie des Filmes, brilliert mit seinem mächtigen Instrument zwischen schillernden Höhen und imposanten Tiefen. Da sind die schelmischen Jahrmarktklänge passend zu Gauklern, da sind Teufel und Pest, dunkel und knarzend; da ist der Jüngling Faust voller plätschernder Lebensfreude. Und erst die Emotionen! Ein trillernder Augenaufschlag hier, ein kalter Schauer dort, Gänsehaut garantiert. Die an Dichter und Denker angelehnte Dramatik besticht lieblich bis diabolisch mit schillernder Farbigkeit; Krämer moduliert, adaptiert und improvisiert zu schwarzweiß und spart nicht mit Zitaten der Musikgeschichte, vom Kirchenlied bis zum Hochzeitsmarsch. Nach 106 Minuten (oder 2475 Metern Filmrolle wie beim Original) ist klar: Fortsetzung folgt. Ein einmaliges Erlebnis, welches in den Eindrücken der Besucher wohl noch lange weiterlebt.


Otto Maria Krämer improvisierte auf der Orgel in der St. Franziskuskirche zum Stummfilm „Der Galiläer“.

FORZHEIM. Als die laufenden Bilder noch stumm waren, da ertönte unweigerlich Sindings „Frühlingsrauschen“, wenn eine Liebesszene auf der Leinwand flackerte. Meist ein Klavierspieler begleitete das in Schwarz-Weiß eingefangene Filmgeschehen, wobei die Auswahl der Musikstücke durchweg dem Pianisten vorbehalten blieb, der auch über entsprechendes Improvisationstalent verfügen musste, um die jeweils passenden Klänge miteinander zu verbinden und zu verändern. Diese Kunstfertigkeit auf die Orgel zu übertragen, das seit Bachs Zeiten hochgeschätzte und inzwischen sehr rar gewordene Improvisieren zu koppeln mit einem erst vor wenigen Jahren entdeckten und sorgfältig rekonstruierten Stummfilm – von diesem audiovisuellen Kunstereignis sich beeindrucken zu lassen, hatte nun die ansehnliche Besucherschar Gelegenheit, die sich in der Pforzheimer St. Franziskuskirche einfand. Konzertorganist Otto Maria Krämer, Kantor in Straelen am Niederrhein und international gefragter Orgelimprovisator, stellte seine Tasten- und Pedalkunst in den Dienst der musikalischen Illustration von Jesu Passionsgeschehen. Gedreht hatte 1921 den mit starken Bildern aufwartenden Film „Der Galiläer“ der russische Regisseur Dimitri Buchowetzki seinerzeit in Freiburg im Breisgau. Und so sind es auch die mit etlichen Minipalmen garnierten Wiesen und Abhänge am Schwarzwaldrand, auf denen das dramatische Geschehen um Gefangennahme und Hinrichtung Christi filmisch eingefangen wurde. Um Spannung und Bildaussage zu steigern, hatte der Filmemacher die Bildsequenzen jeweils monochrom eingefärbt, teils in kühlblauen Tönen, in brandigem Rot oder einem kräftigen Gelb. Häufig angelehnt an die Ikonographie vieler Passionsdarstellungen in der abendländischen Kunstgeschichte, inszenierte Buchowetzki einen eindrücklichen Film. Gesten und Mimik der Darsteller verraten expressionistischen Einfluss; von besonderer Ausdruckstärke sind die Szenen mit den Hohepriestern. Ein Meisterstück Film gewordener Psychologie ist die Figur des Judas Ischariot, die sehr an die unübertroffen virtuose, literarische Analyse durch den ebenfalls russischen Autor Michael Bulgakow in seinem Roman „Der Meister und Margarita“ erinnert. Mit einem durch untergründig drohende Subbasstöne eingeleiteten Vorspiel und einem in vollem Pleno das Kirchenschiff durchrauschenden, fast opernhaft hochpathetischen Nachspiel rahmte Organist Krämer das Filmkunstwerk ein, während dessen Verlauf mit viel Choralabwandlungen, Laufwerk und Staccati im Stil der französischen Orgelmusik des 20. Jahrhunderts die Bilderfolge musikalische Entsprechung fand. Krämer setzte sekundengenau die Klangakzente, entwarf ein überaus farbenreiches Tongemälde von großer Suggestivkraft, schaffte ein musikalisches Meisterwerk, das eine geradezu ideale Symbiose mit dem Film einging. Herausragend gut!

Sebastian Giebenrath


Harmonisches Orgelspiel

Orgelimprovisatoren reißen nicht selten mit routiniert-eingespielten Schemata, lassen sich aber auch zuweilen von den eingereichten Themen aus der Reserve locken. Im Rahmen der Heilbronner Meisterkonzerte hielt Otto M. Krämer (Straelen) an der Seifert-Orgel des Deutschordensmünsters geschickt die Balance zwischen pflichtmäßiger Formakrobatik und phantasievoll inspirierter Eigenständigkeit.

Die phantasievolle "Kür" des Programms begann mit einer barocken Choralpartita über "Der Geist des Herrn erfüllt das All". Hier wählte Krämer nicht nur klar zeichnende Registrierungen, sondern verlieh den Themenverarbeitungen eine zupackende Handschrift.

Formal dicht gearbeitet, harmonisch gewandt und mit Sinn für variativ - motivische Abspaltungen entfaltete sich anschließend eine romantische Phantasie und Fuge über das englische "Praise the Lord and pass the ammunition", die mit temperamentvoll artikulierten Schlussfanfaren endete. Otto Krämer krönte das Konzert mit vier sehr persönlich gefärbten "Sinfonischen Skizzen", gespeist aus dem rhythmischen Impetus der gestellten Themen. Am Ende gab es viel Beifall für Otto M. Krämer, der im Laufe des Konzerts mehr und mehr aus sich herausging.

Lothar Heinle


... seine Orgel bot ihm die Möglichkeit, auch persönlich die Kreuzweg – Bilder zu deuten... die Musik wollte nicht analysiert werden, verstand sich nicht als Selbstzweck, sondern als Meditationshilfe für alle, die im Kreuz ein Erlösungszeichen sehen...

... aus dem Dunkel und der Stille stieg die Musik langsam auf...eingeflochtene Passionsweisen boten dem Hörer einen „roten Faden“...

... hohe Klangsensibilität und Virtuosität kennzeichneten Krämers Spiel; die große Besucherschar wurde auch innerlich angesprochen...

Hans Rühl, Rheinische Post (nach dem „Kreuzweg“- Konzert)


...Von den Gefahren der Improvisation fasziniert ...

Otto M. Krämer an der Mahler - Seuffert-Orgel in Kirrweiler - Barock bis Zeitgenössisch - Majestätische Klangfarben Gerade mal ein Schmierblatt mit vielleicht einem halben Dutzend Takten hat der Organist Otto M. Krämer vor sich. Kaum vorstellbar, ohne ein dickes Notenbuch ein fast zweistündiges Orgelkonzert zu spielen. Und doch ist es möglich: Orgelimprovisation heißt das Stichwort. Ein kleines Thema, vorgeschlagen aus dem Publikum, reichte dem Musiker, um ganze Suiten oder Fugen auf der Mahler-Seuffert-Orgel in der katholischen Pfarrkirche in Kirrweiler spontan hinzuwerfen.

Unglaublich, wie schnell seine Finger über die Tastatur rasen und wie geschickt Otto M. Krämer mitten im Spiel ganz aus dem Bauch heraus die verschiedenen Register zieht.

Auf diese improvisierte Art entstehen unvergleichlich spontane Stücke. Ein kurzes Thema wird dabei im Stile einer Musikepoche oder eines Komponisten klanglich umgesetzt. So wurde bei der "Suite française" im alten Stil der barocke Drang nach Ordnung und Harmonie deutlich spürbar. Aber auch die "Suite française" im neuen Stil war beeindruckend durch ihre teils majestätischen Klangfarben. Diese eher zeitgenössisch, aber nicht avantgardistisch geprägte Spielweise Krämers bestach vor allem durch interessante Klangfolgen, aber auch durch nur stellenweise, aber gekonnt eingesetzte Disharmonien, die sich in Wohlgefallen auflösten. Vor allem bei den Stücken "Canon sur la voix humaine" und "Canon sur les Gambes" beeindruckte die mehrstimmige Melodieführung. Die modernen Stücke gefielen durch schnelle Abfolge, die eine starke Spannung aufbaute.

Gleich beim ersten Ton der "Choralpartita" erkannte der Zuhörer den barocken Stil anhand seiner typischen Charakteristik, die der studierte Kirchenmusiker perfekt umsetzt. Wüsste der Besucher nicht, dass Krämer keine Noten vor sich liegen hat, er würde keinen Unterschied hören.

Aber nicht nur barocke und neuzeitliche Musik beherrscht der 39-Jährige. Mit einer "Phantasie und Fuge" entführte er die zahlreichen Zuhörer in die Welt der Romantik.

Grandios und sehr humorvoll war die Zugabe des Organisten. In verschiedenen Stilarten variierte er das Thema von "Zum Geburtstag viel Glück", ganz zur Freude der überraschten Zuhörer. Übergangslos ging der Stil von Bachs Klarheit ins Verspielte Mozarts über. Zwischendurch baute Krämer mehrfach das Thema von Maurice Ravels "Bolero" ein.

"Es ist die Gefahr, die mich an der Improvisation fasziniert, man muss schnell aus dem Moment reagieren", erklärt Otto M. Krämer, der 1986 sein Studium der katholischen Kirchenmusik an der Folkwang - Hochschule in Essen begann, an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf fortsetzte und 1994 abschloss. Jedes Instrument sei anders. Die Gefahr sei eben groß, dass man die Orgel nicht so einstellt, wie man es möchte. "Außerdem hängt das improvisierte Spiel sehr von der Tagesform ab. Ich komponiere aus dem Moment", erläutert Krämer. "Die Orgel hat viele verschiedene Farben, aber lässt sich nur per Hand registrieren. Das ist anstrengend, macht aber Spaß", so Krämer.

Christine Brehm, Rheinpfalz


Voll verrückt (Fono Forum 12 / 2003)

(zu: Live – Improvisationen in St. Franziskus, Pforzheim) Aeolus UM 20231


Alles im Lot? Gar nichts. Hier ist beinahe alles verquer. Es kreuzen sich die Wege von Altvater Bach und den tonalen Grenzgängern, dann grüßt Dupré oder es beginnt es zu regern. Diese Aufnahme ist auch nicht Live, trotzdem ist sie es. Denn die Steinmeyer / Göckel-Orgel in Pforzheim verfügt über künstliche Intelligenz, über ein so genanntes „Replay-System“. Als Otto Maria Krämer dort im Mai 2001 ein Improvisationskonzert gab, hat sich das Gehirn der Orgel alles gemerkt und quasi auf die eigene Festplatte gebrannt, jeden Ton, jedes Register, jeden Pedaltritt. Gut ein Jahr später kam Produzent Christoph Martin Frommen mit seinen Aufnahmegeräten zurück und ließ das Konzert einfach abspulen, nachts, ohne Publikum, ohne Husten von innen und Autohupen von außen. Daher die optimale Klangqualität. Krämer improvisiert über Themen der Zuhörer: über Choräle wie „Das ist der Tag, den Gott gemacht“, die Eurovisionshymne, TV-Werbung. Wer Krämer kennt, weiß, dass er Pumuckl sein kann und Formenbändiger. Er ist Spaßvogel und Nestor. Die Variationen seiner Partita über „Wie lieblich ist der Maien aus lauter Gottesgüt“ durchkämmt er besonnen, verschmitzt. Frech trompetet er das Finale seiner „Taizé“-Variationen. Kein cantus firmus kann sich seines Platzes sicher sein, stets wird er zwischen Manualen und Pedal hin und her gesandt. Die „Fileuse“ plaudert ohne Punkt und Komma, schließlich offenbart sich die ganze Verrücktheit der Orgelwelt in „Wenn’s um Geld geht“. In Krämers Improvisationshirn sieht’s mitunter aus wie in einer Studentenbude. Man findet alles, muss auf alles gefasst sein. Wachsamkeit aber ist förderlich, damit einem nicht entgeht, dass einige Stücke auch von der großen Form leben.

Christoph Vratz, Fono Forum


... kann ohne weiteres mit großen Vorgängern wie zum Beispiel Marcel Dupré verglichen werden. Nur stehen ihm mehr kompositionstechnische Mittel zur Verfügung...

... glaubte man, der große Bach säße auf der Orgelbank, in derart tiefschürfender Weise setzte sich der Interpret mit der symbolreichen Tonsprache des Thomaskantors auseinander...

Paul Klaeger, Zürichsee-Zeitung


Kreuzweg – Improvisationen für Orgel und Schlagwerk

REES. Während Mel Gibson momentan in seinem Film „Die Passion Jesu“ mit ihrer ganzen Brutalität auf die Leinwand holt, geht Otto M. Krämer, seit 1993 Kantor in Straelen, den vierzehn Kreuzwegstationen des Schmerzensmannes mit eigenen Orgelimprovisationen nach. Mag die Musik wie das laufende Bild auch der Flüchtigkeit des Augenblicks unterliegen, so gewährt er dem Zuhörer Raum und Zeit zu eigener Reflexion. In der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt, wo Krämer bereits zweimal in Konzerten zu hören war, führten nun die klingenden Meditationen den rund fünfzig Besuchern eine ungewöhnliche musikalische Deutung des Opfergangs nach Golgatha vor, die der Orgelvirtuose seit drei Jahren in enger Kooperation mit Leonard Gincberg und dessen reich bestücktem Schlagwerk pflegt. Kurze Texte von Stefan Keller, heute Pfarrer in Kleve, wie sechs aussagemächtige Gemälde seines schwäbischen Konfraters Siger Köder in Dia-Projektionen unterstützten die kontemplative Intention. Beide Musiker haben ihre Premiere auf einer CD festgehalten (s. RP-Region / Kultur vom 13. III. 2003). Da liegt selbstverständlich jeder Aufführung eine tonal wie rhythmisch, dynamisch wie farblich äußerst detaillierte Planung zugrunde - eine unentbehrliche Prämisse für jedes gemeinsame Musizieren. Doch gefragt sind jeweils die Spontaneität des Augenblicks und die Verfügbarkeit über eine Unmenge von musikalischen Elementen. Gincberg bestimmte das Klangkolorit wesentlich mit - so durch die Starchimes bei der Kreuzaufbürdung oder die Schreigongs bei der Begegnung Christi mit seiner Mutter, durch Schellenglocken oder indische Tempelblocks. Aus Dunkel und Stille stieg die Musik auf - Symbol für die Einsamkeit eines zum Tode Verurteilten. Absteigende harte Akkordschläge wie dumpfe Paukenschläge stellten den dreimaligen Fall unter dem Kreuz sinnfällig vor. Die Musik verriet, wie schwer dem Geschundenen das Aufstehen fiel. Oft band Krämer Kirchenliedzeilen in seine Improvisationen ein. Belichtete die verfremdete Melodie des „Christi Mutter“ die Begegnung mit ihrem Sohn, so wies der dezente Eingangsvers der Ostersequenz „Victimae paschali laudes“ schon über das Grab hinaus. Unüberhörbar erinnerten das Kettengerassel und die afrikanischen Rhythmen an die Zwangsverpflichtung des Simon von Cyrene. Zuweilen wirkte die Musik fast stumm - fassungslos betrachtete die mitfühlende Seele das grausame Geschehen. Hin und wieder etwas Tröstliches - so Veronikas Mitleid in streichenden Stimmen und überrankenden Metallophontönen oder die Eingangsmotive des „Salve Regina“ wie des „Requiem aeternam“ in der Grablegungsszene. Drastisch hatten zuvor die Schläge der Holzstäbe auf die Metallränder der Pauken die Annagelung markiert. Schließlich der hörbare Trauerzug. Ergreifend. Eine Musik, die nicht schön, aber realistisch sein wollte. Der verdiente, wenngleich zögernde Applaus wirkte hier fremd.

Hans Rühl (Rheinische Post)


... er beherrscht das alles...

... das was Krämer darbot, ist hierzulande in dieser Bandbreite und in dieser Virtuosität und Perfektion noch nicht zu hören gewesen...

... da war man froh, diesen genialen Musiker wenigstens ein gute Stunde lang einmal "live" erlebt zu haben...

Gerhard Blume, WAZ


... dass er sein Handwerk versteht, ist keine Frage, er versteht selbiges jedoch nicht als stilistischen Selbstbedienungsladen, sondern nutzt es, um daraus neue Ideen zu entwickeln...

... handhabt die Grande Dame der Orgelwelt mit einer beeindruckenden Souveränität, die musikalische Wirkung ist geradezu umwerfend...

... alterniert die Musik mit dem solistischen und sehr differenzierten Gesang Stefan Klöckners..

(AEOLUS AE 10031)


zu:

L'orgue Cavaillé -Coll

Guido Krawinkel, CD - Kritik der musica sacra

... nutzte die große Anlage der Symphonie und zeigte, dass die Improvisation zu Kunst erhoben werden kann...

Dieter Lein, Monheimer Zeitung


... die Zuhörer wussten, dass sie ein einmaliges und ganz besonderes Orgelkonzert gehört hatten - man muss lange suchen, um etwas so Besonderes zu hören...

... aber das, was Krämer zu bieten hatte, übertraf das gewöhnliche Maß bei weitem...

... alles, was Krämer improvisierte, hatte formale, stilistische und inhaltliche Substanz...

... ein seltenes Konzert, das in jedem Augenblick wegen des Einfallreichtums des Improvisators aufhorchen ließ...

... liturgisches Orgelspiel in Vollendung...

-geh-, Ibbenbürener Zeitung


Hätten Sie vielleicht noch einen Kinderlied-Wunsch an mich?" Mit einem Schreibblock in der Hand Geht der Straelener Organist Otto M. Krämer vor dem Publikum in der Oberesslinger St..Albertus - Magnus-Kirche und notiert sich die Liederwünsche der Zuhörer. Was als „Im-provisationskonzert nach Vorschlägen aus dem Publikum" angekündigt war, verblüfft spätestens jetzt, denn bevor sich der sympathische Musiker an sein Instrument setzt, fasst er noch einmal kurz zusammen: Da stehen alte Schlager neben Filmmelodien und Kinderlieder tauchen neben Kirchenchorälen auf. Und alles soll in unterschiedlichen Stilrichtungen vorgetragen werden, ob das gut geht?

Es geht gut. Mehr noch, Otto Krämer verpasst zum Beispiel Rudi Carrells „Wann wird's mal wieder richtig Sommer" solch ein stilechtes Gewand einer Barock - Suite, dass es eine wahre Freude ist. Mal taucht die Melodie im Pedal auf, mal wird sie in nacheinander einsetzenden Stimmen der verschiedenen Register weitergeführt. Mal erklingt das Stück leicht und verspielt, mal wieder mächtig anschwellend. Der Kirchenchoral „Nun danket alle Gott" erklingt als Partita im Stil eines Johann Sebastian Bach. Virtuose, jubelnde Klangkaskaden wechseln mit zart perlenden Tonfolgen. Wer hätte je daran gedacht, die bekannte Melodie „Petersburger Nächte“ in Form einer Suite française vorzutragen? Mit ihrem fragenden Thema klingt dieses Stück leicht melancholisch. Der preisgekrönte Organist geht bei allem sichtlichen Vergnügen, das er bei der Bearbeitung und musikalischen Umsetzung der Lieder hat, mit höchster Konzentration zu Werke. Das sei umso wichtiger, als die Akustik dieser Kirche eigentlich keinen Fehler verzeihe, so Krämer.

Die Titelmelodie der Pippi-Langstrumpf-Filme und das Kinderlied „Kuckuck, Kuckuck, ruft's aus dem Wald“ schließlich trägt er mit immenser Musikalität als sinfonische Suite vor, wobei immer wieder Anklänge an Ravels „Bolero“ aufblitzen. Bei diesem letzten Programmpunkt ziehen sich dann auch die Melodielinien aller an diesem Abend gespielten Stücke wie ein roter Faden durch den Vortrag des Künstlers. „Improvisation ist eine Kunst, die nicht jeder beherrscht. Um sie gut ausführen zu können muss man natürlich in der Notenliteratur absolut firm sein“, erläutert Krämer. Dass der junge Organist diese Kunst beherrscht, hat er diesem Abend mehr als bewiesen.

„ESSLINGER ZEITUNG“ vom 24. Juni 2003


... konnte auch bei einem Praeludium und Fuge unter Beweis stellen, dass er die ihm zuerkannten Preise bei internationalen Wettbewerben verdient hat...

Annika Schmidt, Rheinische Post


... gab bei seinem Konzert einen beeindruckenden Einblick in seine Fähigkeit...

... dass Krämer nicht mit vorformulierten Werken umherreist, sondern wirklich aus dem Augenblick schöpft, demonstrierte er nachdrücklich, indem er auch Publikumswünsche berücksichtigte: Ein Choralvorspiel über "Morgenglanz der Ewigkeit" erklang auf Zuruf und nach nur wenigen Sekunden des Überlegens...

... Elemente, die dabei von recht konsequent durchgehaltenen, klaren formalen Ideen Krämers zeugten...

... seine Ideenvielfalt ist scheinbar grenzenlos ...

... ein Erscheinungsbild voller gelungener Überraschungen...

WAZ


... Krämer setzte farbige, improvisatorische Akzente...

... auch die Registrierungen zeugten von der Experimentierfreudigkeit des Organisten...

... toll, wie er geschickt Teile der gregorianischen Melodien in seine Improvisationen einband, die durchweg eingängig und auch für den musikalischen Laien nachvollziehbar blieben - manchmal gar zum Schmunzeln anregten...

Dr. Magdalene Saal, WAZ